Klausur: Freihandel = Wohlstand für alle?


Und die Bürger sind diesem leider nicht abgeneigt, wie die anschwellenden Proteste gegen das Freihandelsabkommen der EU mit Amerika und die jüngsten gegen den Handel mit Kanada zeigen. Der Protektionismus ist schädlich und die Proteste gegen Freihandel weitestgehend unbegründet.

Guten Journalismus gibt es nicht umsonst. Das ist doch Sozialismus pur, wenn man Deutschland zwingen will genauso viel aus den USA zu kaufen wie umgekehrt, wenn da nichts interessantes im Angebot ist. Ungleiche Verträge mit Japan ab. Entscheiden Sie selbst, wie viel Ihnen das Gesamtpaket wert ist.

Vier Gründe gegen eine Freihandelszone mit den USA


Warum sollten also gerade wir gegenüber den Machenschaften des gar nicht so Wilden Westens auf der Hut sein? Doch mehr als ein klein wenig alter 68er-Wut auf das Land der Vietnam- und diversen Golfkriege steckt schon dahinter. Auch kulturelle Hochnäsigkeit gegenüber Amerika ist im Spiel.

Darunter sind längst nicht nur Berufsprotestierer und Basisdemokraten wie Attac oder Campact, die bei Bedarf auch für die Schwulenehe oder Edward Snowden Kampagnen organisieren. Der Frontalwiderstand gegen die ehrgeizigen Projekte ist längst bis tief in die etablierten Parteien verbreitet.

Globalisierung ist out; Amerika suspekt. Mit dem Agrarland Kanada, das doch vom linken Sonnyboy Justin Trudeau regiert und gerade für Flüchtlinge geöffnet wird, will man gleich noch nebenbei abrechnen. Mit ihrer undurchschaubaren Verhandlungspolitik hat die EU im Zusammenspiel mit der Bundesregierung ganz sicher viel Kredit verspielt.

Wer etwas zu verbergen hat, wer staatliche Hoheit Schiedsgerichten unterstellt und wer gar nicht erst erklärt, dass gerade über Verbraucherstandards mitverhandelt wird, dem trauen gerade die engagierten Bürger nicht. Sie wollen am liebsten basisdemokratisch in die Verhandlungen eingebunden werden, da kann Sigmar Gabriel noch so laut beteuern, dass man mit offenen Karten nicht pokern kann. Am Ende, fürchten viele, wird die amerikanische Agrarlobby in Europa bedient, damit die europäische, also vorzugsweise deutsche Autolobby bessere Konditionen in den USA erhält.

Doch einen Denkfehler gibt es schon. Die sollen unkontrolliert nach Deutschland durchgewunken werden, selbst wenn Terroristen dabei sein könnten. Doch gegenüber Amerika sollen die Zollschranken hochgezogen werden, damit kein Maiskorn und kein suspektes Hühnerbein nach Europa hereinkomme.

Steckt vielleicht mehr hinter der massenhaften Entrüstung als der antikapitalistische Reflex? Es war immer schon urdeutsche Romantik mit dabei, wenn sich gerade das linke Milieu gegen die Zumutungen des Internationalismus gewehrt hat. Das Waldsterben konnte jedenfalls nicht durch Abschottung, sondern erst durch die grenzüberschreitende Wirtschaft nach gebremst werden. Und auch der beinahe religiöse Protest gegen die bösen Pershing-Raketen der 80er-Jahre hat in der historischen Nachbereitung wenig zum Untergang des Kommunismus beigetragen, zumal gegen die sowjetischen SSRaketen damals aus der Friedensbewegung kein Mucks zu hören war.

Dessen Gas und dessen eher rabiate Form internationaler Konfliktschlichtung sind offenbar willkommener als die amerikanischen Lebensmittel und die zivilen Schiedsgerichte nach amerikanischer Manier.

Mit Handelsverträgen lässt sich kein Staat mehr machen, mit Globalisierungsfurcht im Exportland Nummer eins sehr wohl. Die deutsche Demokratie, die deutsche Wirtschaftsordnung sind Importe aus dem Westen; und die EU, an der Deutschland verdiente wie kein anderes Land, ist im Kern nichts anderes als eine Freihandelszone. Diese EU hat deutsche Sonderwege, die dem Kontinent nie gutgetan haben, einstweilen verhindert.

Nur im Zusammenspiel mit der Welt könne aus den grüblerischen Germanen etwas Gestalterisches werden. Grundsätzlich spricht nichts gegen freien Handel. Wenn man aber über Umweltverschmutzung, zu hohe Schadstoffemissionen und verdreckte Meere spricht, dann darf man schon mal getrost die Frage stellen, ob das was heute läuft nicht schädlich für die Menschheit ist.

Während man permanent die Automobilindustrie und den Autofahrer angreift und mit möglichst vielen Auflagen belegen möchte, interessiert sich heute niemand mehr für diejenigen, welche mit dem weltweiten Warentransport die wirklichen Auslöser der Probleme sind. Ich halte die ganze Debatte für verlogen und wir sollten uns entscheiden was wir wollen, saubere Luft und Gewässer oder unbegrenzten freien Welthandel. In einem unfassbar grossen Land wie den usa ist die Macht des Präsidenten nur halb so gross wie viele denken trumps Einfluss wird dramatisch überschätzt.

Das war bei Obama auch so. Wenn Ihnen unser Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie diese Form des Journalismus. Unterstützen Sie uns mit Ihrem Beitrag. Schiedsgerichte sind wichtig Der Freihandel hatte schon immer viele Gegner — hauptsächlich jene Zweige der Industrie, die vom Protektionismus profitierten. Schutzzölle, Monopol der GroKo.

Diesen Kommentar auf Twitter teilen? Die Freihändler haben seit Generationen den Fehler gemacht, dass sie nicht zu jeder Argumentation für die Freiheit immer auch ein Kapitel zu Verantwortung geschrieben haben. Sie haben recht, H. Genau so unsachlich ist aber auch die Argumentation der Freihandelsbefürworter, wenn sie die systemischen Probleme des sogenannten Freihandels nach dem TTIP-Muster schön reden, indem sie einige wesentliche Aspekte gar nicht erst in ihre Argumentation einbeziehen.

TTIP war vor allem eine anti-demokratische Veranstaltungder EU zur Aushöhlung des deutschen Rechtsstaats in der Art, wie entschieden werden sollte, in der Art, eine dubiose Paralleljustiz zu zementieren Zudem sind Nationen wie die USA und andere mit ihrem riesigen Militärbudget verbal für Freihandel, aber im Inneren staats- und nationsorientiert.

Ein fairer Freihandel wäre wohl so wie von Ihnen beschrieben. Aber von einem fairen Freihandel sind wir Lichtjahre entfernt. Daher kann ich den Artikel nicht nachvollziehen. Bedeutet liberal jetzt Konzernlobbyismus? Schauen Sie doch nach Westafrika. Was hat der Freihandel mit dem Westen bzw.

Dazu muss die eigentliche Frage geklärt werden: Denn die schon bei der Geldschöpfung aus dem Nichts anfallenden Zinsen sind der eigentliche Grund dafür, dass die Wirtschaft dauernd wachsen muss.

Ich bin auch ein Befürworter von Freihandel. Aber hat nicht die EU Strafzölle u. Es ist immer schön auf andere zu zeigen, aber man sollte zuerst mal vor der eigenen Tür kehren.

Wie sieht der Freihandel mit Haiti oder einem anderen armen Land aus?: So wie Griechenland, durch steigende Verschuldung, wohl kaum. Die Urlaubshotels, auf Haiti, dürften sich auch schon längst in den Händen von ausländischen Investoren befinden. Und das die Haitianer in Wohlstand leben ist mir leider entgangen. Herr Zitelmann, können Sie mir erklären warum Haiti immer weiter Handelsbilanzdefizite einfahren kann?

Ich hab keine vernünftige Erklärung dafür gefunden? Naja, wenn Herr Schäffler ernst genommen werden will sollte das Chlorhühnchen in zwei Sätzen abhandeln. Mein Vorwurf an die TTIP-Befürworter ist der, dass sie weder jemals in grenzübergreifender Forschung und Entwicklung, noch in internationaler Produktzulassung tätig waren und keine Ahnung von den möglichen Hürden haben, die in einem Abkommen nicht abgedeckt werden. Zu jenen Fragen, die sonst oft all zu einseitig dargestellt oder unter den Teppich gekehrt werden.

Den Preis für unabhängigen Journalismus bestimmen Sie. Meistgelesen Neu 24h letzte Woche letzter Monat. ZDF entschuldigt sich für Bildauswahl. Katharina Schulze beim Eis essen in Kalifornien. Zuwanderer prügeln wahllos und brutal auf Amberger Bürger ein. Das Ende aller Schönfärberei: CDU-Politiker sieht Zuwanderungspolitik kritisch. Generalangriff auf Industrie, Kapital und Wohlstand. Neue Zugänge für Asylbewerber. Claus Strunz bei Hart aber fair: Hunderttausende sitzen in der Hilflosigkeitsfalle.

Aktiengesellschaften fehlt der Eigentümer.