Golf von Mexiko



Theoretisch ist eine Wassertiefe von bis zu 1. Wir alle wissen, dass das eine absolute Lüge war. August kostenpflichtiger Artikel. BP-Zensoren verschleiern die Umweltkatastrophe. Dabei handelt es sich um Auszüge aus einer Datenbank, die nach der Explosion auf der Bohrinsel "Piper Alpha" im Juli eingerichtet wurde.

Entdecken Sie den Deutschlandfunk


London - Die Jagd nach Energieressourcen in den Weltmeeren geht ungebremst weiter. Überall in der Welt wird in der Tiefsee gebohrt, die Geschäfte mit dem Schwarzen Gold laufen bestens. Dabei sollte nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko alles anders werden: Das Unglück auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" vom Danach gelobte die Branche Besserung in puncto Sicherheit. Seitdem betonen Ölkonzerne, sie seien emsig bemüht, das Bohren in der Tiefsee sicherer zu machen.

Doch Experten für internationale Energiemärkte fällen ein anderes Urteil und glauben, dass sich der Kurs der Ölbranche kaum verändert habe - die Risiken der Ölförderung seien nach wie vor hoch.

Öl und Gas entwichen in ernstzunehmenden Mengen. Dabei handelt es sich um Auszüge aus einer Datenbank, die nach der Explosion auf der Bohrinsel "Piper Alpha" im Juli eingerichtet wurde. Es war das bisher schwerste Unglück auf einer Bohrinsel: Laut "Guardian" untermauern die Dokumente, dass bei den Ölkonzernen noch immer kein neues Sicherheitsdenken herrscht: Allein in den Jahren und hat es demnach mehr als hundert Unfälle gegeben, bei denen entweder Menschen zu Schaden kamen oder Öl und Gas in die Nordsee strömten.

Die Lecks wurden von der Behörde entweder als "bedeutend" oder "erheblich" eingestuft. Über die Details der Vorfälle berichtet der "Guardian" jedoch nicht. So seien Gaslecks, solange sie sich in sicherer Entfernung von der Bohrinsel ereigneten und kontrolliert abgefackelt würden, nichts Ungewöhnliches, sagt Steffen Bukold, Leiter eines unabhängigen Beratungsbüro für internationale Energiemärkte.

Der Ölexperte entdeckt in dem Bericht wenig Überraschendes. Dennoch räumt er ein, dass in vielen Fällen von Transparenz der Ölindustrie keine Rede sein könne. Vorfälle dieser Art gelangen nur selten zügig an die Öffentlichkeit. Im Mai etwa konnte in der Nordsee ein Bohrunfall wie im Golf von Mexiko nur in letzter Sekunde verhindert werden. Wie gefährlich der Zwischenfall seinerzeit tatsächlich war, stand erst viele Monate später in einem Bericht der norwegischen Behörde für Sicherheit in der Ölindustrie.

Demnach war es nur einem "glücklichen Umstand" zu verdanken, dass es zu keinem Ölausbruch auf dem Meeresboden oder einer Explosion kam. Der Bericht der norwegischen Behörde strafte damals Aussagen einer Reihe von Vertretern der europäischen Ölindustrie Lügen, die sich nach dem BP-Unfall überzeugt gezeigt hatten, dass es in Europa zu solchen Unglücken wie auf der "Deepwater Horizon" nicht kommen könne. Anführer der Unglücksliste sind dem "Guardian" zufolge zwei Plattformen. Seit verrichtet die Plattform vor der Küste Schottlands ihren Dienst und gilt unter Kritikern deshalb als längst überholungsbedürftig.

Mit sieben Lecks in nur zwei Jahren steht sie an Platz eins der Liste, was Shell nicht von seinen Beteuerungen abbringt. Im gleichen Jahr war demnach auch eine Untersuchungskommission zu dem Entschluss gekommen, dass der Unfall auf der Plattform "Brent Bravo" im Jahr , bei dem zwei Arbeiter ums Leben gekommen waren, hätte verhindert werden können - durch die Reparatur eines Lochs in einer verrosteten Pipeline. Shell wehrt sich gegen die Vorwürfe: Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen und haben in den vergangenen Jahren mehr als eine Milliarde Dollar in für die Verbesserung der Anlagen in der Nordsee investiert.

Ist der Durchbruch soweit geglückt, soll unter anderem mit Mineralien wie Eisenoxid und Bariumsulfat angereicherter schwerer Schlamm bei gleichzeitiger kurzzeitiger Öffnung der bislang provisorisch verschlossenen Austrittsstelle in den dann aufsteigenden Flüssigkeitsstrom eingebracht werden.

Unterstützt durch das Wirkprinzip der Wasserstrahlpumpe wird der seitlich zuströmende Ballastschlamm in den Flüssigkeitsstrom hineingezogen. Das hierdurch kurzfristig deutlich erhöhte Gewicht der im Bohrloch stehenden Flüssigkeitssäule soll den Blowout zum Erliegen und somit das Bohrloch unter Kontrolle bringen. Die Dauer beider Bohrungen war auf etwa drei Monate angesetzt.

Alle Hohlräume seien nun mit gehärtetem Zement gefüllt, der alle Drucktests bestanden habe. Der Vorzug gegenüber der missglückten Top-Kill-Methode liegt darin, dass nicht mit hohem Druck gegen die Flussrichtung des Öls gearbeitet werden muss. Da der Ölfluss bereits abgedrosselt ist, kann der Schlamm ohne nennenswerten Druckanstieg übergeschichtet werden.

Laut BP wird diese Operation bereits parallel zu den Entlastungsbohrungen vorbereitet, aber die Einsatzleitung der US-amerikanischen Regierung müsse entscheiden, ob tatsächlich ein Anlauf unternommen werde. August wurde bekannt gegeben, dass das Leck nun mit dieser Methode definitiv abgedichtet sei.

Die Bohrstelle liegt im Zentrum eines Gebietes von Tierschutzreservaten. Durch den Versuch des kontrollierten Abbrennens des Ölteppichs kam es zu einer erheblichen Luftverschmutzung. Zudem verbleiben bei dieser Vorgehensweise die Schadstoffe aus dem Öl beispielsweise toxische polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe als Rückstände im Meer und gelangen weiterhin in die Nahrungskette.

Im Verlauf der Katastrophe musste BP einräumen, dass nicht alle Küstenabschnitte geschützt werden können und errichtete Öl-Barrieren teilweise wirkungslos waren, weshalb unter anderem Seevögelkolonien sowie Fisch- und Austernbestände in der Region erhebliche Schäden erleiden werden. In der Brutsaison sind viele Strandbrüter wie Seeregenpfeifer und Scherenschnäbel dem Öl schutzlos ausgeliefert. Auch Delfine , Meeresschildkröten und Fische , für die das weitverzweigte Mississippi-Delta eine besonders wichtige Kinderstube darstellt, sind von der Ölkatastrophe bedroht.

Ob gereinigte Tiere jedoch eine nennenswerte Überlebenschance haben, ist umstritten. Einige Experten, wie die deutsche Zoologin Silvia Gaus von der Schutzstation Wattenmeer sowie Vertreter des WWF , schätzen die Überlebenschancen gereinigter Tiere auf weniger als ein Prozent und sprechen sich deswegen dafür aus, verölte Tiere lieber zu töten.

Durch diesen Eingriff wird das Nahrungsnetz und damit die Lebensgrundlage von Meerestieren Fische , Weichtiere im Golf von Mexiko langfristig stark gestört. Juni teilten die Gesundheitsbehörden des US-amerikanischen Bundesstaates Louisiana mit, dass mehr als 70 Personen durch die Ölpest erkrankt seien. Im Juli teilte die US-amerikanische Umweltbehörde mit, dass durch die mehr als sich im Einsatz befindenden Schiffe und weiteren Fahrzeuge z. Helikopter, Bulldozer, Lastkraftwagen und andere Transportmittel weitere ökologische Schäden zu erwarten seien.

Auch die Umweltorganisation American Birding Association gab an, dass die Öl-Reinigungstrupps zahlreiche Nistplätze in Vogelkolonien zerstört und seltene Vögel gefährdet hätten. Infolge des Unglücks wurde in den Vereinigten Staaten ein zunächst auf sechs Monate befristetes Moratorium von Tiefseebohrungen beschlossen. In einem Interview mit dem Online-Magazin Politico. Um dies zu verhindern, sucht der Konzern nach Investoren.

Die Zahlungen sind über einen Zeitraum von sechs Jahren zu leisten. Um einen Gerichtsprozess zu vermeiden, hat BP mit den mehr als Dieser bezeichnet ein Bundesgesetz, welches ursprünglich gegen die Mafia gerichtet war. Falls BP danach verurteilt wird, könnte sich — neben eventuell weiteren ausgesprochen Strafen — die Schadensersatzsumme auf das Dreifache des tatsächlich entstandenen Schadens erhöhen.

Die Kläger gehen davon aus, dass Standardprozeduren der Industrie, die vor der Bekämpfung spezieller Ölfeuer auf See mit Wasserkanonen warnen, missachtet wurden. Bei adäquater Brandbekämpfung wäre die Deepwater Horizon stabil an ihrem Standort verblieben, was die Verbindung von der Plattform zur Quelle aufrechterhalten hätte. Dies hätte die Möglichkeit, den Ölaustritt zu kontrollieren, deutlich erhöht. Vertreten werden kommerzielle Fischereien, Anrainer deren Land betroffen ist, sowie Beschäftigte der Ölindustrie, die aufgrund der Ölpest ihren Arbeitsplatz verloren haben.

Euro zur Beilegung von Zivil- und potenziellen Strafklagen zahle. Das Unternehmen habe ein Schuldbekenntnis unterschrieben, das noch von einem Gericht in New Orleans bestätigt werden muss. Transocean werde den Betrag über einen Zeitraum von fünf Jahren ableisten, wobei im laufenden Jahr Mio. US-Dollar zu entrichten seien. Das Verbot betraf anfangs ein Gebiet von Dieses gelte jedoch nur, wenn bis dahin die Ausbreitung der Ölpest gestoppt sei und die US-amerikanische Regierung das Moratorium für Ölbohrungen nicht durchsetze.

Im schlimmsten Fall könnten es sogar über Die am stärksten betroffenen Wirtschaftszweige seien bisher die Fischindustrie und die Landwirtschaft, insbesondere im US-amerikanischen Bundesstaat Louisiana. Laut dem Arbeitsministerium der Vereinigten Staaten sei die Arbeitslosenquote dort im Juni um 0,2 Prozentpunkte auf sieben Prozent gestiegen.

Damit sei Louisiana einer von nur fünf US-amerikanischen Bundesstaaten mit wachsenden Arbeitslosenzahlen. Experten für die Entwicklung der Erdölförderung, wie etwa Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung , befürchten, dass höhere Sicherheitsauflagen bei technisch und ökologisch riskanten Ölförderprojekten als Reaktion auf die Havarie zu Einschränkungen der Förderung und Ausfällen führen könnten. Sie befürchten auch bei Ausbleiben eines Moratoriums einen frühzeitigen Rückgang der Ölförderung Peak Oil , da sich mit Projekten, wie sie zum Beispiel vor der Küste Brasiliens geplant sind, gewaltige technologische Risiken verbänden.

Tatsächlich entspricht die Ölförderung in der Tiefsee ungefähr dem Zuwachs zwischen dem Jahr und Die Menge des nach bisherigen Planungen in Offshore-Bohrungen vor der Küste in den nächsten Jahren zusätzlich geförderten Öls würde jedoch gerade ausreichen, um den Zuwachs des Verbrauchs der Vereinigten Staaten auszugleichen.

Der fortlaufende Rückgang der nationalen konventionellen Ölförderung muss durch steigende Importe ausgeglichen werden. Dazu gehören sowohl die notwendigen Abstimmungen bei der Bekämpfung der Ölpest selbst wie auch die Steuerung der Berichterstattung darüber. Auf der Website zur Ölpest sind jedoch nur unverfängliche Bilder zu sehen, die nach Beobachteransicht kaum etwas mit der Realität der Umweltverschmutzung zu tun haben.

Beispielsweise wird täglich über ein Blog berichtet, welche rechtlichen und praktischen Schritte die US-amerikanische Regierung gegen die Ölpest unternimmt. Presseberichte dokumentieren, wie BP und Vertreter der Regierung Fotojournalisten dabei behindern, die Orte zu besichtigen, an denen die Auswirkungen der Ölpest am deutlichsten zu sehen seien.

Auch Überflüge seien teilweise untersagt worden. In den Vereinigten Staaten wurde unter der Federführung der A. Sie verlangt, das Vermögen von BP zu beschlagnahmen und zum Schadensausgleich heranzuziehen. Juni fanden in 54 Städten Kundgebungen statt.

Verschiedene international bekannte Musiker gaben an, BP-Produkte zu boykottieren , darunter: Juli mehr als Sie fordern dazu auf, insgesamt weniger Erdöl zu verbrauchen. April berichtete Greg Palast , dass schon ein Blowout an einer von BP mit kostengünstigem Bohrzement versehenen Ölquelle im Kaspischen Meer stattgefunden hatte, der von BP geheim gehalten wurde.

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Sehr zeitnahe Darstellung mit vielen spekulativen Teilen, die aber heute geklärt sind. Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen beispielsweise Einzelnachweisen ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Lage der Ölbohrplattform im Golf von Mexiko. Oil spill dumped 4. BP zahlt 18,7 Milliarden Dollar Schadensersatz. Mai , abgerufen am Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft.

Juli Seite nicht mehr vorhanden. Die Suche nach der Nadel im Ozean. Memento des Originals vom Juni , abgerufen am Obamas Schlachtplan gegen das Öl. Juni Presseerklärung des US-amerikanischen Innenministeriums, abgerufen am Ein Drittel des Öls wird aufgefangen Memento vom 8.

Juni im Internet Archive. Juni , abgerufen am 5. Juni Memento vom Juni im Internet Archive , abgerufen am Trotz aller Ölkatastrophen wenig gelernt.

Marine scientists study ocean-floor film of Deepwater oil leak. Neue Schätzungen übertreffen Exxon-Valdez-Katastrophe. Havarien, Blowouts und der Golfkrieg. April , abgerufen am Mai im Internet Archive , 1. Tar balls reach Texas as stormy weather hampers cleanup.

Juli , abgerufen am 7. August kostenpflichtiger Artikel. BP bringt Ölfontäne erstmals zum Versiegen. Juli , abgerufen September , abgerufen am 8.

Magnitude of the Gulf of Mexico Oil Leak. April Deutschlandradio am Mai im Internet Archive tagesschau. Mit Gift gegen Gift. August , abgerufen am 2. Mai im Internet Archive In: August im Internet Archive Mai , abgerufen am 3. Juli im Internet Archive In: Juni , abgerufen am 3.

Size of gulf oil spill is a guesstimate. Juli im Internet Archive. Juli , abgerufen am Archiviert vom Original am Februar ; abgerufen am 1. BP restarts drilling on second relief well. Memento des Originals vom 5. Auf die Entlastungsbohrungen kommt es an