Verbesserung der Lebensqualität verliert an Rhythmus



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Millennium Development Goals


Bei denen konnten in den vergangenen Jahren nur leichte Verbesserungen erreicht werden. In einem langsameren Rhythmus gewachsen ist die Lebenserwartung. Die hat jährlich noch um 1,2 Prozent zugenommen. Zwischen und sind nur noch 0,6 Prozent Zuwachs erreicht worden. Hinzu kommt, dass dies nicht für das ganze Land gilt. Wieder einmal ist es der ärmere Nordosten und Norden, der hinterher hinkt. Die Verbesserungen beim Bildungsindex haben sich jedoch auch insgesamt verlangsamt.

Im Untersuchungszeitraum ist der Bildungsindex um lediglich jährliche 1,5 Prozent gestiegen. Zwischen und waren es hingegen 3,3 Prozent. Anders sieht es beim Einkommen aus. Bei dem wurden mit jährlichen 1,1 Prozent höhere Zuwächse als zwischen und registriert 0,7 Prozent.

Hinter den Durchschnitts-Prozentsätzen verbergen sich jedoch eklatante Unterschiede. Äthiopien gehört mit seinen 81 Millionen Einwohnern zu den ärmsten Ländern der Welt. Vor diesem Hintergrund haben sich manche Äthiopier darüber geärgert, dass der saudi-arabisch-äthiopische Milliardär Sheikh Mohammed Al Amoudi zehn Millionen Dollar für den Bau der Millenniumskonzerthalle gezahlt haben soll. Es gilt als Wiege der Menschheit, seit dort die Überreste eines drei Millionen alten Frauenskeletts gefunden wurden, das als "Lucy" weltberühmt wurde und als ältester menschlicher Knochenfund gilt.

Doch trotz seines reichen Erbes kämpft Äthiopien noch immer mit den Folgen immer wiederkehrender Dürre- und Hungerkatastrophen sowie mit den Auswirkungen von Jahrhunderten des Feudalismus und den zwei Jahrzehnten marxistischer Diktatur.

Die Millenniumsfeiern bieten der Regierung von Ministerpräsident Meles Zenawi daher auch eine willkommene Gelegenheit, von den akuten Problemen des Landes etwas abzulenken. Dazu gehören auch der Grenzstreit mit dem Nachbarn Eritrea, die Verwicklung in den Konflikt in Somalia, wo äthiopische Truppen die Interimsregierung unterstützen, und die Auseinandersetzungen mit bewaffneten Rebellen im Ogaden-Gebiet.

Mit Optimismus ins neue Jahrtausend Trotz all dieser Probleme sind die vielen Äthiopier optimistisch, dass es im neuen Jahrtausend besser wird. Um ein Zeichen zu setzen, begnadigte der Präsident im vergangenen Monat 38 Oppositionspolitiker, Dissidenten und Journalisten, die wegen eines angeblichen Umsturzversuchs nach den Wahlen verurteilt worden waren.

Weitere 31 Anhänger der Opposition wurden kürzlich freigelassen. Dazu gehört ein zehn Kilometer "Millenniumslauf" mit dem legendären äthiopischen Langstreckenläufer Haile Gebrselassie, die Einweihung von elf Denkmälern im ganzen Land sowie die Eröffnung eines Kaffee-Museums in Bongo, wo die Kaffeesorte Arabica herkommt.

Die jährige Anwältin Hiwot Binyam kann die Feiern gar nicht erwarten: