Die 4 wichtigsten Auswirkungen einer Zinserhöhung


 · Von einer „Regulationsfalle“ war die Rede, denn niedrige Zinsen und strikte Regulierung verschärften die Probleme für die Finanzinstitute. Die Geldschwemme der EZB bringt jedoch nicht nur Author: Dorothea Siems.

Indem sie den Leitzins senkt, kann die Notenbank dann zwar dazu beitragen, dass auch die Zinsen der Banken für Unternehmen und Verbraucher fallen. Nachdem die Kurse bei Anleihen fallen können auch die Aktienpreise leiden, da Liquidität entzogen wird und künftige Kredite viel teurer sind als die bisherigen. Auf die Konjunkturabschwächung nach dem Platzen der "Dotcom-Blase" im Jahr haben die Zentralbanken mit einer starken Ausweitung der Liquidität reagiert, obwohl sich der Finanzzyklus mitten in einer Aufschwungsphase befand.

Alles eine Frage des Geldes

Die FED Entscheidungen haben weltweite Auswirkungen auf die Wirtschaft. Doch welche Auswirkungen genau können wir erwarten? Die Folgenden 4 Punkte stellen aus meiner Sicht die wichtigsten Auswirkungen einer Zinserhöhung dar.

Aber rationale Wirtschaftspolitik ist es nicht, mehr von der Geldpolitik zu verlangen, als sie leisten kann. Was dies im vorliegenden Zusammenhang konkret bedeutet, illustriert Abbildung 1. Dargestellt sind die drei Stabilitätsziele Finanzmarktstabilität, makroökonomische Stabilität und Stabilität der öffentlichen Finanzen sowie die drei Politikbereiche Geldpolitik, Finanzpolitik und Finanzmarktordnung.

Die durch Pfeile schematisch veranschaulichte dichte Vernetzung der Ziele und Politikbereiche verdeutlicht, dass jeder politische Aktionsparameter direkt oder indirekt jedes der Ziele beeinflusst. So hat auch Janet Yellen, die Vorsitzende des Federal Reserve Board, jüngst eingeräumt, dass eine straffere Geldpolitik im Vorfeld der Finanzkrise zwar einige der Risiken für die Finanzmarktstabilität vermindert hätte.

Sie verweist aber auch darauf, dass die Abhängigkeit von sehr kurzfristigen Krediten im Finanzsektor vor der Krise auch dann noch weiter zunahm, als die Geldpolitik die Zügel schon merklich angezogen hatte. Dies deutet darauf hin, dass aggressivere Zinserhöhungen im Hinblick auf die Prävention einer Finanzkrise ein wenig zielgerechtes Instrument und somit ein schlechtes Substitut für eine effektivere Finanzmarktregulierung gewesen wären. Vielmehr muss jeder Politikbereich derjenigen Zielsetzung zu- und untergeordnet werden, für die er einen komparativen Vorteil besitzt, d.

Die Art der Zuordnung liegt im vorliegenden Fall auf der Hand und ist in Abbildung 1 durch die blauen Wirkungspfeile gekennzeichnet. Die Finanzmarktstabilität sollte durch geeignete Regeln und Institutionen der Finanzmarktordnung angestrebt werden. Bezüglich der Finanzpolitik herrscht weitgehend Konsens, dass sie das Ziel der makroökonomischen Stabilität normalerweise der Geldpolitik überlassen sollte.

Wenn letztere allerdings nicht zur Verfügung steht, weil sie z. Was vor der Krise eine dubiose Strategie gewesen wäre, wäre es erst recht unter den Bedingungen fortgesetzt unterschrittener Inflationsziele und anhaltender Wachstumsschwäche, wie sie derzeit insbesondere noch die Eurozone kennzeichnen. Ein verfrühter Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik würde den Abbau überhöhter Schulden nicht beschleunigen, sondern verlangsamen, und den Deflationsdruck nicht vermindern, sondern verschärfen.

Eine Strategie, die darauf hinausläuft, die Realwirtschaft mit einer deflationären Geldpolitik dafür in Geiselhaft zu nehmen, dass die Finanzmärkte keine bedrohlichen Risiken aufbauen, oder dass Regierungen ihre Hausaufgaben tatsächlich angehen, wäre eine ineffiziente und kostspielige Fehlallokation der Verantwortlichkeiten und daher zum Scheitern verurteilt. Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Should Monetary Policy Lean or Clean?

Geldzins und Güterpreise, Jena World Economic Outlook, April ; sowie in C. Restoring Europe's Prosperity, Cambridge On the Theory of Economic Policy, Amsterdam Mundell im Kontext der Stabilisierung einer offenen Volkswirtschaft gelöst: Nach der Lesart der EZB und ihrer geldpolitischen Konzeption erscheint es angemessen, dass sie ihren Leitzins voraussichtlich für geraume Zeit auf einem sehr niedrigen Niveau belässt; so befindet sich die Inflation im Euroraum merklich unterhalb des EZB-Ziels und konjunkturell zeichnet sich noch keine durchgreifende Erholung ab.

Dies gilt insbesondere für Volkswirtschaften wie Deutschland, die sich konjunkturell offenbar in einer deutlich günstigeren Lage befinden als andere Volkswirtschaften der Währungsunion, so dass die Geldpolitik der EZB, die sich an der Entwicklung im gesamten Währungsraum orientiert, für Deutschland deutlich zu expansiv ausgerichtet ist. Im Folgenden diskutieren wir mögliche Risiken, die sich aus der langanhaltenden Phase sehr niedriger Zinsen für die deutsche Volkswirtschaft ergeben könnten, und zeigen Handlungsempfehlungen für die Politik auf.

Drei Risiken stehen derzeit besonders im Fokus, nämlich Risiken für die Altersvorsorge, für die öffentlichen Haushalte und für die Finanzmarktstabilität. Es wird argumentiert, die Renditen für festverzinsliche Anlagen seien derzeit sehr gering und solche Anlagen würden sogar mitunter real an Wert verlieren.

Allerdings ist das Phänomen einer negativen Realverzinsung von konservativen Sparformen wie Tagesgeld und Sparbuch nicht ungewöhnlich. Daten der Bundesbank legen nahe, dass negative Realzinsen bei diesen sehr sicheren Anlageformen in der Vergangenheit eher die Regel als die Ausnahme waren vgl. Von dieser Seite her haben sich die Risiken für die Altersvorsorge folglich nicht deutlich erhöht. Die Auswirkungen auf die Altersvorsorge ergeben sich aus einer Reihe von unmittelbaren und mittelbaren Folgen der Niedrigzinsphase, die beispielsweise von der Sparneigung der privaten Haushalte, über die Folgen für die kapitalgedeckte Altersvorsorge und die zukünftige Preisentwicklung bis hin zu Auswirkungen auf die gesetzliche Rentenversicherung reichen können und sich zudem individuell stark unterscheiden dürften.

Somit ist es alles andere als trivial die Risiken, die sich aus der Niedrigzinsphase für die Altersvorsorge ergeben, abzuschätzen. Dabei ist insbesondere zu bedenken, dass es keine historischen Erfahrungen mit lang anhaltenden Phasen extrem niedriger nominaler Zinsen gibt.

Allerdings zeichnen sich bereits vermehrt Risiken für die Anbieter von Altersvorsorgeprodukten ab. Banken und Versicherungen haben langlaufende Sparverträge mit nominal garantierten Zinsen angeboten bzw. Somit könnten akute Risiken für die Altersvorsorge durch mögliche Insolvenzen von Anbietern langfristiger Sparverträge bestehen.

Die Insolvenz solcher Anbieter könnte zum einen individuell Teile der Altersvorsorge gefährden und zum anderen die Stabilität des Finanzsystems beeinträchtigen. Das allgemein niedrige Zinsniveau hat die öffentlichen Haushalte zuletzt massiv entlastet.

Da immer noch Anleihen im Umlauf sind, die vor dieser Zeit begeben wurden, dürften diese entlastenden Effekte für die öffentlichen Haushalte sogar noch weiter zunehmen. Die Auswirkungen sind inzwischen beträchtlich. Noch rechnete die Bundesregierung für mit Zinsausgaben von 52 Mrd. Tatsächlich wurden "nur" 31 Mrd.

Euro verausgabt, obwohl der Schuldenstand in diesem Zeitraum sogar noch spürbar gestiegen ist. In der Folge hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble jüngst für einen ausgeglichenen Haushalt in Aussicht gestellt. Auch wenn es angesichts jüngster Konjunkturrisiken und zusätzlicher Unsicherheiten, wie z.

So gesehen kommen die niedrigen Zinsen auch den Bürgern in Form von unterbliebenen Leistungskürzungen und Steuererhöhungen zugute.

Doch steckt gerade hier eine Gefahr. Im Zuge der Berechnung des für die Schuldenbremse relevanten strukturellen Budgetsaldos werden Zinsausgaben nicht geglättet. Sie gelten als "strukturell". Sollte also die Finanzpolitik in den kommenden Jahren die Vorgaben der Schuldenbremse "nur" exakt erfüllen und scheinbare Spielräume z. Sollte die Zinswende mit einer konjunkturellen Abschwächung in Deutschland einhergehen, käme die dann notwendige Konsolidierung zur Unzeit.

Eine erhöhte Risikoneigung in Niedrigzinsphasen ist zum Teil damit zu erklären, dass Finanzmarktakteure wie z. Hinzu kommt, dass sich ausgeprägte Niedrigzinsphasen massiv auf die Risikowahrnehmung der Akteure auswirken können.

In solchen Phasen werden Vermögenspreise bzw. Kreditsicherheiten sowie Renditechancen häufig zu hoch bewertet und in der Folge Risiken beispielsweise bei der Kreditvergabe unterschätzt. In der Folge tendieren Banken in Niedrigzinsphasen dazu, ihre Kreditstandards merklich zu senken und Kredite auch an Kreditnehmer mit geringerer Bonität zu vergeben. Dies ist auch eine Ursache dafür, dass in Niedrigzinsphasen häufig das Kreditvolumen stark zunimmt. In der Folge wird der Finanzsektor nicht nur insgesamt anfälliger gegenüber negativen "Schocks", sondern auch gegenüber einem Anziehen des Zinsniveaus beispielsweise in Folge einer Straffung der Geldpolitik.

Besonders bedrohlich wird eine starke Ausweitung des Kreditvolumens dann, wenn sie mit einer massiven Fehlallokation von Kapital und somit auch mit massiven realwirtschaftlichen Verwerfungen einhergeht.

Ob in Deutschland derzeit bereits die Finanzmarktstabilität massiv gefährdet ist oder gar eine neuerliche Finanzkrise droht, ist jedoch nur schwer abschätzbar. Finanzkrisen sind oft das Resultat jahrelanger Fehlentwicklungen. Wann sich genau das Auftürmen dieser Fehlentwicklungen in einer Finanzkrise entlädt, ist kaum vorhersehbar.

Vor diesem Hintergrund sind die Risiken für die Finanzmarktstabilität in Deutschland derzeit offenbar noch überschaubar. Dafür spricht vor allem, dass die Kreditvergabe in Deutschland bisher kaum angesprungen ist. Das Kreditvolumen ist erst seit wieder leicht aufwärts gerichtet und befindet sich deutlich unterhalb seines längerfristigen Trends vgl.

In Relation zu den Verbraucherpreisen. Der Trend wurde mittels des Hodrick-Prescott-Filters geschätzt. Der Glättungsparameter lambda wurde dafür auf gesetzt.

Bank for International Settlements: Long series on credit to the private non-financial sector; Federal Reserve Bank of Dallas: International House Price Database. Gleichwohl sollte man in den kommenden Jahren gerade in Deutschland potenzielle Risiken für die Finanzmarktstabilität besonders wachsam beobachten:.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die jüngste Finanzkrise in Deutschland, die über internationale Finanzverflechtungen nach Deutschland "importiert" wurde, aber nicht auf Übertreibungen bei der heimischen Kreditvergabe oder auf dem inländischen Immobilienmarkt zurückzuführen ist. Alles in allem ergeben sich aus der langanhaltenden Niedrigzinsphase mittelfristig erhebliche stabilitätspolitische Risiken für Deutschland, insbesondere für die öffentlichen Haushalte und die Finanzmarktstabilität.

Es gibt zahlreiche Handlungsoptionen, die die Risiken für die deutsche Volkswirtschaft nicht nur eindämmen würden, sondern sie auch insgesamt krisenfester machen würde. Bezüglich der öffentlichen Finanzen sollte die Finanzpolitik auf die Niedrigzinsphase mit einer ausgeprägten Risikovorsorge — hier das Risiko einer Zinswende — reagieren und in der jetzigen Situation die Verschuldung in Relation zur Wirtschaftsleistung deutlich rascher zurückführen als es die Vorgaben der Schuldenbremse vorsehen.

Operationalisiert werden könnte dies, indem bei der Berechnung des strukturellen Budgetsaldos nicht die tatsächlichen Zinszahlungen, sondern kalkulatorische Zinsen angesetzt werden, die sich aus langfristigen Durchschnittszinsen ergeben.

Dazu beitragen werden einige der im Basel-III-Regelwerk vorgeschlagenen Instrumente, insbesondere die höheren Eigenkapitalanforderungen, die Einführung eines Kapitalerhaltungspuffers sowie einer Verschuldungsgrenze zur Eigenkapitalhebelung. Allerdings sollten diese Instrumente rascher und restriktiver in Deutschland eingeführt werden, als dies das Basel-III-Regelwerk vorsieht.

Darüber hinaus sollten Geschäftsbanken verstärkt dazu verpflichtet werden, Anleihen zukünftig in Form von bedingten Zwangswandelanleihen zu emittieren. Nicht nur das Finanzsystem würde insgesamt stabiler werden, sondern dies würde auch dem Entstehen gefährlicher kreditgetriebener Boom-Bust-Zyklen bei den Vermögenspreisen entgegenwirken. Finanz- und Wirtschaftspolitik bei einer anhaltenden monetären Expansion, Kieler Beiträge zur Wirtschaftspolitik, 5.

Für eine ausführliche Darstellung, siehe ebenda. Hiermit können indes ordnungspolitische Probleme verbunden sein. So stellt die jüngst staatlich verordnete Umverteilung der Überschussbeteiligungen von Altverträgen zu Neuverträgen einen gravierenden Eingriff in die Eigentumsrechte dar. Die Zinslast des Bundes in der Schuldenkrise: Wie lukrativ ist der "sichere Hafen"?

Perspektiven der Wirtschaftspolitik, Nordrhein-Westfalen hatte mit Zinsausgaben von 5,9 Mrd. Euro für gerechnet, musste tatsächlich jedoch 3,9 Mrd.

Monetary Policy and the Risk-Taking Channel, in: Review of Financial Studies, Characterising the Financial Cycle: Don't Lose Sight of the Medium Term! So führen beispielsweise ausgeprägte Boom-Bust-Zyklen am Immobilienmarkt häufig auch dann zu einem merklichen Einbruch der Wirtschaftsleistung, wenn sie nicht mit einer Finanzkrise einhergehen.

Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen von Immobilienkrisen im historischen Vergleich, in: Assessing the Risk of Banking Crises — Revisited, in: Niedrige Zinsen und rasche monetäre Expansion: Was soll die Finanzpolitik tun?

Seit mehreren Jahren folgt die Geldpolitik in vielen Industrie- und Schwellenländern einem ausgesprochen expansiven Kurs. Mit der expansiven Geldpolitik ging ein deutlicher Rückgang der nominalen Zinsen im Euroraum einher. In allen Mitgliedsländern der Währungsunion sind die Kreditzinsen im Verlauf der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise deutlich zurückgegangen vgl.

Seit Beginn der Krise im Euroraum haben die Zinsen allmählich wieder angezogen, da einerseits die Kapitalzuflüsse aus dem Ausland deutlich abgenommen und andererseits die Banken in der Währungsunion ihre Kreditvergabekonditionen deutlich restriktiver gestaltet haben. Diese Gegenbewegung war in den Krisenländern besonders ausgeprägt, während die übrigen Länder und insbesondere Deutschland durch stabil niedrige Zinsen davon profitieren, dass auf der Suche nach sicheren Anlagemöglichkeiten vermehrt Kapital aus den Krisenländern dorthin verlagert wird.

Euro, variabel oder mit anfänglicher Zinsbindung bis ein Jahr. Gerade in Deutschland sorgt die Zinsentwicklung für erhebliche zusätzliche Spielräume in den öffentlichen Haushalten.

Für die Gläubiger der Staaten führen die gesunkenen Zinsen hingegen zu einer entsprechend rückläufigen Rendite ihrer Staatsanleihen. Auch für die Sparer mit gewöhnlichen Spar- oder Girokonten führen die sinkenden Zinsen zu geringeren Einkünften vgl. Gerade in Deutschland sind die nominalen Zinsen auf Spareinlagen deutlich zurückgegangen. In der Tat führen die niedrigen Zinsen dazu, dass es für Sparer derzeit schwieriger ist, ihr Vermögen in realer Rechnung zu erhalten, liegen die Zinsen für Geldanlagen zur Zeit doch knapp unter der inflationsbedingten Entwertung der Vermögen.

Die hierauf hinweisenden Kritiker der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank EZB übersehen allerdings, dass solche negativen Realzinsen im historischen Vergleich keinesfalls ungewöhnlich sind vgl.

Abbildung 6 ; darauf weist auch die Deutsche Bundesbank hin. Durchschnittlicher Zins für neuabgeschlossene Verträge über Einlagen privater Haushalte mit bis zu dreimonatiger Kündigungsfrist, deflationiert mit dem Verbraucherpreisindex. Für viele andere Wirtschaftsakteure in Deutschland, darunter insbesondere viele Unternehmen, die wegen der niedrigen Zinsen zu günstigen Konditionen Kredit aufnehmen können, um auf diese Weise Investitionen zu finanzieren, aber auch für diejenigen Haushalte, die etwa einen Kredit für Immobilienkauf oder -bau aufnehmen, ist das Niedrigzinsumfeld hingegen eine Erleichterung.

Kritik an der Niedrigzinspolitik ist schon deshalb verfehlt, weil sich die EZB-Politik an der wirtschaftlichen Lage in der gesamten Währungsunion zu orientieren hat. Dabei ist es für einen heterogenen Währungsraum völlig normal, dass die Geldpolitik aus Sicht einzelner Regionen oder Länder nicht optimal ausgerichtet ist. Demnach hat die Zentralbank mit ihren traditionellen Instrumenten und namentlich der Zinspolitik keine Möglichkeit, eine den individuellen regionalen wirtschaftlichen Bedingungen angepasste Geldpolitik zu betreiben, sondern muss vielmehr eine den in der Währungsunion insgesamt herrschenden Verhältnissen angemessene Politik wählen.

Eine Kritik an der EZB, die sich alleine aus der wirtschaftlichen Lage in Deutschland ableitet, kann daher nicht angemessen sein. Ohnehin würde es auch der wirtschaftlichen Lage in Deutschland nicht gerecht, zum jetzigen Zeitpunkt die Zinsen zu erhöhen.

Für die Realzinsen dürfte daher von dieser Seite kein negativer Einfluss ausgehen. Dies gilt umso mehr für den Euroraum als Ganzen: Eine restriktivere Geldpolitik dürfte den allmählichen Erholungsprozess, der sich in manchen der Volkswirtschaften — namentlich in Spanien und Portugal — abzeichnet, erschweren und in den Ländern, die weiterhin mit den Folgen struktureller Probleme kämpfen — zu denken ist insbesondere an Frankreich und Italien — für eine zusätzliche Belastung der ohnehin schwachen Konjunktur sorgen.

Während eine expansive Geldpolitik kein Ersatz für die Lösung dieser strukturellen Probleme sein darf, spricht aus einer gesamtwirtschaftlichen Sicht selbst längerfristig nichts dafür, dass unter den gegebenen Rahmenbedingungen mit einer Überschreitung des Inflationsziels zu rechnen ist. Vielmehr ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass die Preisdynamik im Euroraum bei einer restriktiveren Geldpolitik noch geringer wird und sich Deflationsrisiken materialisieren.

Bereits jetzt belasten die niedrigen Preissteigerungsraten die wirtschaftliche Erholung in der Währungsunion, da sie den Schuldenabbau der Haushalte, Unternehmen und des Staates erschweren. Niedrige Preissteigerungsraten oder gar ein Rückgang der Preise dämpfen die Steuereinnahmen und machen einen Abbau der öffentlichen Schulden zusätzlich schwierig, so dass verstärkt über die öffentlichen Ausgaben konsolidiert werden muss. Die privaten Wirtschaftsakteure waren nach dem Platzen der Finanzmarkt- und Immobilienblasen in einigen der Krisenländer der Währungsunion — namentlich in Spanien und Irland — damit konfrontiert, dass der Wert ihrer Vermögen erheblich gesunken und ihre Netto- Verschuldung stark gestiegen war.

Wegen der niedrigen Inflationsraten oder gar der Deflation war auch bei den privaten Schulden in realer Rechnung kaum eine Entlastung zu spüren. In der Konsequenz haben die Haushalte ihre Konsumnachfrage und die Unternehmen ihre Investitionstätigkeit stark eingeschränkt. Dieses Phänomen ist nicht auf den Euroraum beschränkt. Vielmehr waren und sind solche "Bilanzrezessionen" Balance Sheet Recessions 7 für die meisten Volkswirtschaften festzustellen, in denen in den vergangenen Jahren das Platzen von Finanz- oder Immobilienmarktblasen zu einer Entwertung von Vermögen geführt und in der Folge eine hohe Ersparnisbildung beziehungsweise niedrige Kreditnachfrage mit sich gebracht hat, die bereits für sich genommen zu sinkenden Zinsen führte.

Die Niedrigzinspolitik, mit der die Zentralbanken global auf die Krise reagierten, setzte die Zinsen noch zusätzlich unter Druck. Dabei ist die Wirkung dieser Politik auf die Realzinsen wegen der stark gesunkenen Inflationsraten — und der bindenden Nullzinsgrenze — allerdings beschränkt und der expansive Impuls, der von der Geldpolitik ausgeht, gering.

In der Folge vollzieht sich die Erholung von der Rezession ausgesprochen langsam, viele Ökonomen erwarten eine säkulare Stagnation 8 mit lang anhaltend geringem Wachstum und ausgeprägter Arbeitsmarktschwäche. Entsprechend bleibt auch im Euroraum die konjunkturelle Erholung ausgesprochen zögerlich. Zwar ist in manchen Krisenländern die Talsohle der wirtschaftlichen Entwicklung durchschritten und eine allmähliche Aufwärtsbewegung zeichnet sich ab.

Von dem Produktions- und Beschäftigungsniveau vor der Rezession sind die meisten Mitgliedsländer der Währungsunion aber weit entfernt vgl. Die Euro-Dollar Parität liegt jedoch nicht nur an dem starken Dollar. Sie liegt auch an dem kränkelnden Europa:. Wenn weiterhin die europakritischen Parteien Gewinnen in Frankreich wird wohl Fillon gewinnen , dann wird sogar dann gesamte Eurosystem in Frage gestellt.

Und dies obwohl Protektionismus sehr schlecht für Volkswirtschaften sind. Aber nicht nur gegenüber dem Euro hat der Dollar aufgewertet. Auch im Verhältnis zum chinesischen Yuan nimmt der Dollar zu. Dies alles wird zu teureren US Exporten führen. Es bleibt spannend und ein ständiges auf und ab. Einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten, Warren Buffett , betrachtet seine Investments immer vor dem Hintergrund des aktuellen Zinsniveau.

Es macht also duchaus Sinn, seine Investments gelegentlich zu prüfen. Value Investing ist ein Instrument, welches bei der erfolgreichen Geldanlage helfen soll. Zum Schluss will ich noch ein Wertpapier vorstellen, um von möglichen Zinssteigerungen zu profitieren. An dieser Stelle jedoch der Hinweis auf unseren Haftungsausschluss. Die Vorstellung des folgenden Wertpapiers ist keine Geldanlage — es besteht Totalverlustrisiko.

Bei Fragen können Sie sich gerne direkt bei mir melden. Grundsätzlich kann man sagen, dass fallende Zinsen zu steigenden Anleihen Preisen führen — und umgekehrt.

Da wir in unserer Vermögensverwaltung davon ausgehen, dass die Zinsen in Europa in Zukunft eher steigen, statt fallen, haben wir unseren Kunden ein Wertpapier gesucht. Wenn die Zinsen wieder steigen, dann fällt der Bund Future. Wenn Sie von einem fallenden Bund Future profitieren wollen, dann ist das mit doppeltem Hebel ausgestattete Wertpapier genau richtig für Sie. Allerdings sollten Sie auch bedenken, dass dieser Hebel auch in die entgegengesetzte Richtung wirkt.

Diese Gruppe scheint besonders von den Niedrigzinsen getroffen zu werden. Die Menschen, die zu dieser Mittelschicht gehören, haben Geld auf dem Konto, aber beispielsweise nicht viele Aktien.

Das Geld, das sie haben, wollen sie halbwegs flüssig halten, weil sie es für unvorhergesehene Ereignisse brauchen. Es scheint ihnen zu wenig, als dass sie es in riskantere Anlageformen stecken - in denen es im schlimmsten Fall weg sein kann, in einem weniger schlimmen Fall aber auch gerade dann nicht verfügbar, wenn man es braucht. Das Vermögen dieser Leute stagniert auf Giro- und Tagesgeldkonten — und wenn die Inflation etwas steigt, verlieren sie sogar unter dem Strich.

Beginnt in diesem Jahr endlich die Normalisierung der Zinsen? Was ist das neue Normal? Der Vatikan hat vorgemacht, wie sich Staaten verschulden. Seine Anleihen waren über Jahrhunderte der Renner. Die Finanzierungsbedingungen in der Eurozone sind strenger als in der allgemeinen Wahrnehmung. Die Bankenregulierung trägt ihren Teil dazu bei. Jetzt sammelt er Kunst — und verrät, wie das auch ohne Millionen auf dem Konto gelingt. Warum sehe ich FAZ.

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